Michail A. Xenos
Frankfurt am Main
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Die benachteiligte Revolution - Der Feminismus im Marxismus

11. 05. 2020 | Allgemein

2. Die moralische Denunzierung des Männlichen wurde als eine feste politisch-korrekte Einstellung etabliert, welche männliche Stärken und Eigenschaften in Kultur und Alltag desavouierte und, bis in die Bildungsstrukturen hinein wirkend, das Ansehen männlich dominierter Wissensfächer, die gerade für moderne Gesellschaften so eminent sind, negierte. Eine männliche Sozialisation wurde bei Jungen unterbunden; junge deutsche Männer zeigen sich heute - vor allem im westlichen politisch korrekteren Teil des Landes - gegenüber Aggressoren aus tribalistischen Gewaltkulturen untauglich dazu, sich selbst oder ihre Begleitpersonen zu verteidigen. Sie werden bei nahezu jeder Handgreiflichkeit zu Opfern.

3. Die westlichen Legislativen, allen voran die Westeuropas, agieren notorisch wie Schaltstellen der Gefühligkeit, wie wahnhafte Zentralen einer selbstzerstörerischen Weltphilanthropie mit Errettungsphantasien des Umfangs Urbi et orbi; mit numinosen “Werten”, denen gegenüber Volksinteressen wie ein Frevel anmuten, und mit einem “freundlichen Gesicht”, das, als Maske rechtschaffener Erhabenheit geschminkt, sich dem Rest der Welt penetrant anbiedert.

4. Die Sicherheitsapparate für innen wie außen wurden quotenhalber verweiblicht, um proportional dazu an Effizienz, Achtung und Ansehen einzubüßen. Die Streitkräfte werden, oft von filigranen alternden Chefinnen geführt, mit Gendermaßregelung und Schwangerschaftsbedarf verfremdet, während Ausrüstung und Einsatzfähigkeit Bruch erleiden.

5. Sprache und Schrift wurden einer sinnfreien Silben- und Wortklauberei und einer grotesken Semiotik unterworfen, die mit schrulligen Sonderzeichen mitten im Wort begriffliche Baracken in die Textlandschaft setzt, um der moralistischen Obsession einer “Gendergerechtigkeit” gerecht zu sein.

Aber das alles ist zwar hübsch destruktiv, jedoch nicht die Revolution an sich. Wie sprach Herr Marcuse über die “Umwälzung der ausbeuterischen und repressiven Werte der patriarchalischen Zivilisation”: Sie “muß ihre Wurzeln in den Männern und Frauen haben, die die neuen Institutionen errichten.” Ja, auch Marcuse wußte: Man braucht immer Männer, um etwas Robustes zu “errichten”. Das gilt nicht nur für Hochbau und Schienenverlegen, sondern auch für alle Arten von Umwälzungen und Revolutionen. Es ist nun mal und leider Göttin so, ihr Töchter des Aufbegehrens. Selbst euer Feminismus wäre ohne den Mann eine Totgeburt (siehe oben). - Also Männer mußten ran.

Aber die Weicheier vom Punkt 2, die in Wohlstands-Apathie ihren Alltag abwickeln, um sich abends mit TV-Fußball, erzieherischen Krimis und Flasche in greifbarer Nähe in den Schlaf – auch den politischen – wiegen zu lassen? Die mit dem Komfort “der ausbeuterischen und repressiven Werte der patriarchalischen Zivilisation” und ihrer “aggressiven Produktivität” selig Verschmolzenen, die ihren nächsten Urlaub ins exotische Archipel planen und den größeren Full-HD-Screen gleich mit? Die? Als revolutionäres Subjekt?

Die richtigen Männer

Nein, es waren bessere da! Allmählich nämlich bereicherten die Richtigen das Land. Man hört oder liest heute viel über diese “Männer” oder “Gruppen von Männern”, oft auch als “Jugendliche” identifiziert. Zumeist in Nachrichten über sogenannte “Einzelfälle”, deren Häufigkeit allerdings diese Bezeichnung längst überfordert. Weitere Angaben zur Identifizierung des kulturellen Umfelds dieser “Männer” gelten als politisch heikel, weswegen sie meist ausbleiben. Die “Männer” besiedeln dieses Land nun schon seit über einem halben Jahrhundert.  Zunächst eigentlich als vorübergehende Miteinwohner, als “Gastarbeiter” aus orientalischen Kulturgefilden oder als “Flüchtlinge” aus prekären stockautoritären Gesellschaften, in denen das Individuum nur als Teil der nächstgrößeren Einheit, meistens der Sippe oder Großfamilie gilt. Sympathisch zurückhaltende, nahezu demütige Menschen waren das zu Beginn, eine gefühlsdominierte Verbundenheit unter sich aufweisend. Man könnte so eigentlich früh genug die diametrale Gegensätzlichkeit zu dem inzwischen hochindividualisierten westlichen, von seinem Herkunftsmilieu schon in jungen Jahren entbundenen und sich selbst führenden Verstandesmenschen problematisieren. Man könnte.

Je zahlreicher nun die Sympathisch-Demütigen aus dem Orient wurden - denn die einst als Gastarbeiter angekommenen blieben im Lande, vermehrten sich und immer weitere kamen hinzu -, desto mehr entwickelte sich unter Ihnen ein auf Renitenz basierendes Selbstbewußtsein, das den westlichen Individualismus als Schwäche, wenn nicht sogar Sünde, und das eigene rückständige Anhaften am Herkommen und Herkömmlichen als moralische Glanzleistung, als “Ehre” ausgab.

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