Vielfalt und Auflösung

Nietzsches zwei Ebenen des Verbrechens

Die umfassenden Sicherheitsmaßnahmen, die aufgrund der Gefahr radikal-islamischer Anschläge bei Massenbegegnungen heute Usus geworden sind, Maßnahmen, die für die moderne Gesellschaft bisher ungekannte Freiheitseinschränkungen bedeuten, lassen einen Gedanken Nietzsches über das Verbrechen aufkommen, das dort “zurückbildend” genannt wird. Zurückbildend sei das Verbrechen, weil es die Gesellschaft “auf frühere Stufen der Kultur” zwingt, als die Stufe, auf der sie sich befindet.

Allein nämlich das strafrechtliche Instrumentarium “der Notwehr und der Rache”, das “Polizisten, Gefängniswärter, Henker, Ankläger und Advokaten” unterhält, welche allesamt “in ihrer Wirkung… niederdrückende… Erscheinungen sind”, die eine fortschreitende Gesellschaft eigentlich überwinden möchte, macht die fortschrittshemmende Wirkung des Verbrechens deutlich - so Nietzsches These ausgehend vom strafrechtlichen Apparat seiner Zeit in Menschliches, Allzumenschliches.

Wir haben es demnach beim Verbrechen mit zwei Dimensionen des Schadens zu tun: dem individuellen Schaden des Opfers plus der regressiven Wirkung der Straftat und ihrer strafrechtlichen Konsequenzen auf den zivilisatorischen Status. Daß diese letztere Beeinträchtigung von den Vollstreckern der "Rache" in den fortgeschrittenen Judikativen der Welt, in den westlichen Rechtsstaaten, sehr zu Herzen genommen wird, erleben wir in jener oft und oft zu Recht gescholtenen Milde der Gerichtsbarkeit gegenüber dem Täter, die in der Absicht, die "Rache" weitestgehend zu verdrängen, in den Augen des konsternierten Beobachters oft einer Verhöhnung des Opfers und einer beinahen Sympathie für den Täter gleichkommt.

Eine "neue" Kriminalität in Schweden/Europa

Wohin diese Anmerkungen hinauswollen, ergibt sich aber erst durch ihre Ergänzung mit einem in der Sache verwandten Phänomen, das in der westlichen Kriminalistik neuerdings aufgetreten ist. Deutlich beschrieben wurde dieses Phänomen im November 2016 von einem schwedischen Staatsanwalt, der – gemäß seiner politischen Positionierung in der Vergangenheit – über jeden Verdacht erhaben sein dürfte, mit politischer Unkorrektheit punkten zu wollen. Der schwedische Staatsanwalt Thomas Ahlstrand aus Göteborg sprach von einer neuen "Art der Kriminalität" in Schweden, die sich durch "zwei besondere Kennzeichen" von der bisherigen unterschiede.

Das erste dieser Kennzeichen sei eine entsetzliche Brutalität, so der schwedische Staatsangestellte: "Wir sind perplex… Sie schießen, sie denken sie seien in einem Wettbewerb und sie jagen… in die Luft… Wir verstehen sie nicht und deshalb können wir nicht damit umgehen…" [Hervorhebungen in diesem und in allen folgenden Zitaten durch den Verfasser.]

Das zweite Kennzeichen beleuchtet den Grund für das erste. Es ist die Wertefrage. Ahlstrand befindet über die neuen Kriminellen: "Unsere Werte sind denen scheißegal". Und er erklärt das damit kurz gefaßte Problem folgendermaßen: "Unsere Tradition im Umgang mit Kriminalität ist, dass der Kriminelle einer von uns ist, einer der unsere Standards teilt, der aber aus sozialen Gründen… einen kriminellen Lifestyle angenommen hat. Wir bieten ihnen Schutzmaßnahmen, begleitende Therapien, Bildung und letztendlich Gefängnisstrafen, die alle diese Komponenten enthalten. Wir beziehen ihre Familien mit ein. Die Grundvoraussetzung all unserer Angebote ist aber, dass die Kriminellen unsere Werte, unsere Moral, unsere Sicht der Gesellschaft teilen… Aber wir wissen nicht, wie man mit Kriminellen umgeht, die sich weder um uns noch um unsere Werte scheren."

Zumal, wie Ahlstrand weiter ausführt, auch der Einbezug der Familie des neuen Kriminellen kaum helfe, da diese zumeist mit dem Lebensgang ihres Sprosses sympathisiert: "Die Familien denken oft, dass der Kriminelle toll sei, dass er gut dazu beitrage Geld zu verdienen. Die bedingungslose Liebe zur Mutter und Respekt gegenüber dem Vater reflektieren oft die totale und blinde Loyalität der Eltern."1

Nach dieser schonungslosen Darstellung des nicht nur in Schweden bestehenden gesellschaftlichen Problems werden wir zur Erhellung seiner Entstehung zwei Begriffe im folgenden Text auflesen, denen eine für Schweden geschichtliche Relevanz zugesprochen werden kann; es sind die beiden besonders hervorgehobenen Begriffe. In diesem Text werden gewisse politische Schritte dargelegt, die in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von der schwedischen Politik eingeleitet wurden. Wir lesen über den damaligen Ministerpräsidenten Schwedens:

"Tage Erlander, der sozialdemokratische Ministerpräsident des Landes… hatte noch ein recht kühles Verhältnis zu Menschen aus dem Ausland und zur Idee einer vielkulturellen Gesellschaft. So meinte er 1965:

'Wir Schweden leben ja in einer vom Schicksal so unendlich begünstigteren Situation. Die Bevölkerung unseres Landes ist homogen, dies nicht nur vom Aspekt der Rasse [sic!] her gesehen, sondern auch in vielen anderen Bereichen.'

Doch in jenem Jahr wanderten bereits 50.000 Ausländer in Schweden ein. Für seinen Verkehrsminister Olof Palme, der 1969 sein Nachfolger wurde, war es darum Zeit für einen Kurswechsel. Am ersten Weihnachtsfeiertag 1965 hielt er eine Radioansprache, die… als Auftakt zum 'Modernen Schweden' gilt.

Zu Beginn versuchte Palme, den schwedischen Zuhörern die Angst vor Menschen anderer Kultur und Hauptfarbe zu nehmen, deren Andersartigkeit habe 'nichts mit ihrer menschlichen Qualität zu tun'. Gleichzeitig versicherte der polyglotte Sozialdemokrat, dass sich die Neuankömmlinge an die 'schwedischen Spielregeln' zu halten haben…

Hiermit war der Grundstein für eine ideologische Einwanderungspolitik gelegt…"2

Olof Palme wurde 1986 ermordet. Sein Tod ist lt. Wikipedia noch immer Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Zur den Gruppen der Verdächtigen gehörte bisweilen nach der eben genannten Quelle - neben Rechtsextremisten - auch der schwedische Geheimdienst.

Die beiden Begriffe, die wir dem obigen Bericht abgewonnen haben, Homogenität und Andersartigkeit finden sich sinngemäß auch in den Offenlegungen des zuvor angeführten Staatsanwalts Ahlstrand, der ja nichts anderes beklagt, als die "Andersartigkeit" eines neuen Verbrechertums, das durch die Einwanderung heterogener Kulturangehöriger entstanden ist, und welches nicht nur brutaler, also menschenverachtender ist, sondern sich noch dazu den einheimischen Bewältigungsstrategien entzieht.

Demnach müssen wir also die einstmalige Zusicherung des ermordeten Sozialdemokraten Olof Palme, die "Andersartigkeit" der nach Schweden Immigrierten "habe nichts mit ihrer menschlichen Qualität zu tun", schmerzlich dementieren. Und wir sind zu erkennen genötigt, daß dieses Verfehlen mit der ideologisch motivierten Zerstörung eben jener Homogenität einhergeht, die Olof Palmes Vorgänger mit weisen, aber politisch schon damals aussichtslosen Ermahnungen so sehr würdigte.

Wie aber sollten wir nach alldem den kognitiven und ethischen Bestand jener heutigen Politkorrektler beurteilen, die noch immer und völlig undifferenziert "Vielfalt", also Anhäufung von Andersartigkeiten, als dogmatische Monstranz vor sich her tragen und, allen Verwüstungen zum Trotz, die sich in Kriminalstatistiken und in den Ghetto-Milieus europäischer Städte zeigen, als gesellschaftliches Heilmittel anraten?

Die "Vielfalt" der Einfältigen

Vielfalt als zwangsläufiges Gut für eine Gesellschaft ist so unsinnig wie Vielfraß als Titel für Lebensqualität. Zunächst ist Vielfalt stets an den Begriff der Kategorie gebunden: Vielfalt von was? Von Bäumen? Von Talenten? Von Erkrankungen? Von Obstsorten? Von mysteriösen Todesfällen? Die Kategorie bietet ein Basiskriterium für Sinn oder Nicht-Sinn einer Vielfalt. Fällt die Kategorie weg, bedeutet Vielfalt erst einmal Chaos!

Komplexer noch wird die Selektion beim Menschen. Das liegt daran, daß er als Vernunftwesen selber mentale Kategorien erschafft, die entscheidende Faktoren bei der Bildung von kollektiver Mentalität und von anderen zivilisatorischen Merkmalen, Vorsätzen und Bedingungen bieten. Wir nennen diese Grundlagen für mentale Zusammengehörigkeit Kulturen, die Kulturen der Völker, wie man noch vor kurzem ohne Verdacht formulieren konnte. Und die Ermahnung, daß eine Vielfalt der Kategorien Chaos bedeuten kann, gilt auch und vielleicht vornehmlich für die Kategorie Kultur und Menschenbild.

Denn: Braucht ein Land eine Vielfalt von Experten, von Vagabunden, von Talenten oder von Rückständigkeiten? Die Kategorien verlangen nach Selektion. Vielfalt ohne Selektion mag einem verwilderten Garten seinen Charme verleihen, einer gleichermaßen verwilderten Gesellschaft verheißt sie nichts Gutes.

Warum das so ist, wird begreiflich, wenn wir uns etwas genauer mit jenen "Merkmalen, Vorsätzen und Bedingungen" befassen, nach welchen die verschiedenen Kulturen funktionieren. Diese Software nämlich meinte auch der schwedische Staatsanwalt von weiter oben als er "unsere Werte, unsere Moral" und "unsere Sicht der Gesellschaft" ansprach.

Nun wachsen Werte nicht auf Bäumen. Der genetische Boden aller Werte ist der Wert des Menschen in seinem Bestehen als Einzelner, als Individuum. Ja, der Wert selbst einer Kultur ist analog zu der Wertschätzung, die das Individuum in ihr erfährt. Besonders in Richtung des Kulturrelativisten soll in aller Deutlichkeit das Folgende formuliert werden: Die Kulturen der Erde sind nicht gleich und nicht gleichwertig. Sondern sie sind um so wertvoller, als in ihnen der individuelle Mensch als freies Wesen bejaht wird, dieser sich dort frei entfalten kann, und sie, die Kulturen, aus dem kreativen Potential solcher freien Entfaltung ihrer freien Individuen Wachstum und Optimierung erwarten und erhalten.

Wie aber sollte unter diesem Aspekt wünschenswert sein, gar Bereicherung heißen, daß sich in den Breitengraden der westlichen Aufgeklärtheit Kulturkreise einnisten, die solche Standards ablehnen, das Individuum nur als unterwürfigen Vollstrecker strengen religiösen Reglements akzeptieren und die freie Gesellschaft täglich durch auffällige Aggression attackieren? Welcher Politiker, welcher Soziologe möchte uns das erklären?

Homogenität und Innere Sicherheit

Politiker wie Soziologen (eine Sparte, die hier für den Linksintellektuellen schlechthin steht) können nicht etwas erklären, was sie nicht begreifen wollen: Wie wird eine Gesellschaft längerfristig modifiziert, in der ein Teil aufgeklärt-emanzipierter Individuen neben religiös-sittenhaft gesteuerten Individuen lebt?

Es war ein Versäumnis bisher, diese Frage nur seitens der ersteren Gruppe anzugehen, um zu schließen: Wir, die Aufgeklärt-Emanzipierten sind gegenüber anderen Kulturen tolerant, haben längst gelernt, tolerant sein zu müssen, und somit dürfte es keine Probleme geben. Man hat sträflich außer Acht gelassen, daß man erst dann "tolerant" wurde, als man nicht mehr religiös-sittenhaft war. Und man hat außer Acht gelassen, daß diese beiden Elemente, die sich innerhalb einer Person widersprechen, auch als Zutaten einer Gesellschaft niemals spannungsfrei koexistieren könnten; um an das Lieblingsvokabular der naiven Gesellschaftsköche anzuknüpfen: nicht integrierbar sein würden.

Denn, wie soll das Grundverhältnis dieser Symbiose von der anderen Seite, von der Seite der fundamentalen Unmündigkeit und ritueller Unterwürfigkeit, aussehen? Diese so vordergründige Frage scheint sich dem Gutmenschentum bald zwei Generationen lang verbogen gehalten zu haben. Jedenfalls blieb sie unwirksam. Den sich in ihrer pappigen Moralität gern wälzenden Soziallogistikern scheint Intuition nicht nur etymologisch ein Fremdwort zu sein. Mit einer geringen Dosis davon nämlich hätte man schon im voraus erwägen können, welche Nachbarschaft der Befindlichkeiten in den einst angesteuerten Multikultiparadiesen entstehen müßte:

Von den in den Westen eingewanderten mündigkeitsscheuen Neubürgern würde sicher ein Teil die westlichen Freiheiten annehmen, praktizieren und genießen. Angesichts aber der leicht zu erbringenden Feststellung, daß selbst im "freien Westen" der Großteil der Bevölkerung staatliche Betreuung und Bevormundung bejaht (sonst hätten wir längst überall libertäre Systeme und sicher auch kein Staatsfernsehen), wäre davon auszugehen, daß ein noch erheblicherer Teil der Immigrierten seinen Traditionen und der durch sie perpetuierten Unfreiheiten treu bleiben und den Westen als kulturelle Provokation empfinden würde.

Und auch innerhalb der mehr oder weniger Anpassungsfähigen wäre bei Verstand mit leisem Unbehagen zu rechnen, welches aus dem stets gegenwärtigen Vergleich der eigenen Herkunftskultur mit der im Westen vorgefunden freieren Zivilisation resultieren müßte; ein Unbehagen in Form jener Kränkung, die bei manchen entsteht, wenn sie das Eigene herabgesetzt sehen, und die durchaus in Aggression gegen die vorzüglichere Alternative umschlagen kann. Solche Aggression wäre gegen die Freiheit gerichtet, und es gibt kaum eine bessere Art, sich an der Freiheit zu rächen, als sie zu mißbrauchen, um sie so zu diskreditieren. Zumal dort, wo die Justiz als Instrumentarium "der Notwehr und der Rache" abgedankt hat.

Daß ein Sozialist also in Schweden der 60er Jahre ein so folgenreiches politisches Konzept mit der Behauptung begründete, die Andersartigkeit der nach Schweden Eingewanderten hätte keine menschlich-gesellschaftliche Bedeutung, gehört zu den epochalen Täuschungen des Werte und Verstand nivellierenden Utopismus im Denken derjenigen, die mit eschatologischem Eifer das verhaßte Eigene, die westliche Zivilisation und Vergangenheit unterminieren. Oder will es ein Zufall, daß diejenigen, die sich Multikulturalisten nennen, dieselben sind, die gerne auch "Deutschland verrecke" skandieren? - Keine Chance somit, den eigenen Widerspruch zu reflektieren, den sie dort herstellen, wo sie im selben Moment, in dem sie nach Vielfalt trommeln, auch die Integration beschwören, also die Vereinheitlichung, die Wiederaufhebung der Vielfalt…

Diese war es auch nicht, was dem Westen einst die Freiheit in Sicherheit ermöglichte, sondern jene integrale Homogenität tat dies, die selbst den Kriminellen - den autochthonen Kriminellen - umfaßte, weswegen ihn der zitierte schwedische Staatsanwalt in den Worten beschrieb, "einer von uns, einer der unsere Standards teilt". Diese Homogenität konsolidiert und befriedet eine Gesellschaft; linke Experimente dagegen sind immer mit der Gefahr und ja, mit der Absicht der Auflösung des Autochthonen verbunden. Denn das Autochthone, das Gestandene, das "Bürgerliche", ist der Erzfeind des Utopischen.

Und so ist sie jetzt da, die Auflösung, die gesellschaftliche Desintegration, deren Schöpfer nun heuchlerisch nach Integration jaulen. Der allmähliche Rückzug der Freiheit, der sich dann zeigt, wenn Volksfeste martialisch abgesichert oder gleich abgesagt und Bilder abgehängt werden, oder wenn Karikaturen blutige Aufstände befürchten lassen müssen, bestätigt freilich auch jene nietzscheanische zurückbildende Wirkung des Verbrechens, von der hier anfangs die Rede war. Und ist es nicht ebenfalls eine kulturelle Zurückbildung, wenn Fahrkartenkontrolleure im einst sicheren Land jetzt mit Schlagstock und Pfefferspray bei ihren Kontrollen "unterstützt" werden müssen? Wenn der Inhalt von Geld- und Fahrscheinautomaten in sportlicher Häufigkeit per Sprengsatz entwendet wird; wenn privat und illegal beschlossene Autorennen in Innenstädten das Leben unbeteiligter opfern, oder (und dies ist gewiß kein Verbrechen, jedoch ein flagrantes Indiz von Mentalitätsferne) Hochzeitsfeiern auf Autoschnellstraßen diese lahmlegen und den nachfolgenden Verkehr in seltsamer Selbstverständlichkeit ignorieren? Wäre ein solches Maß der Anomie denkbar auch in der vom einstigen schwedischen Ministerpräsidenten Erlander favorisierten gesellschaftlichen Homogenität?

Doch das Zurückfahren der Zivilisation und des zivilisierten Miteinanders endet in der Barbarisierung, und auch Muster einer solchen sind schon im Umlauf. Mit Entsetzen erfüllt uns der Vollzug mancher Verbrechenstat, deren demonstrative Bestialität uns selbst die Beschreibung verbietet und Vorzivilisatorisches bekundet, das vor noch wenigen Jahren als in modernen Gesellschaften nicht mehr möglich gegolten hätte.

Die zwei Ebenen der Täterschaft

Zu Nietzsche nun zurückkehrend, der auf die zwei Ebenen des Verbrechens hingewiesen hatte, die Ebene des privaten Opfers und die des generellen Angriffs auf die angestammte Kultur, mag uns doch durchaus erscheinen, daß auch die Täterschaft zwei Ebenen bewohnt: die Ebene des individuellen neuen Verbrechers, wie ihn der schwedische Staatsanwalt Ahlstrand hier beschrieb, und die Ebene der Zerstörer jener Homogenität, welche den Gesellschaften die nun vermißte innere Sicherheit garantierte. Denn der Gang des neuen Verbrechers gegen den alten Frieden setzte ja mit der Verwirklichung der politischen Vielfaltsprogrammatik ein, wie sie seinerzeit Olof Palme für Schweden etablierte, und seine Kollegen im rasch danach sozialdemokratisierten Westen in ihren Ländern weiter.

Welche moralisch-historische Verwerflichkeit dieser letzteren Ebene der Täterschaft einmal zugeschrieben sein wird, möchten wir hier nicht voraus befinden. Unbenommen bleibt uns aber, unsere Gegenwart mit Spannung zu erleben, denn vieles spricht dafür, daß sie mit der Verarbeitung dieser Fehltritte bald beginnen könnte.

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Anmerkungen:

1. Aus www.gp.se, dem Online-Portal des Göteborg Posten, 21. 11. 2016. (Die Übersetzung ins Deutsche befindet sich leider nicht mehr im Netz)

2. "Schwedens liberale Flüchtlingspolitik am Scheideweg", heise.de, 23. 01. 2014