Michail A. Xenos
Frankfurt am Main
anxenos at yandex.com
 
« ZURÜCK

Karl Marx und die Destruktivität des Utopischen - Ein Peripatos

26. 08. 2018 | Gesellschaft und Politik

PRINT

“Oh ja, die Rosenschänder! Die Rosenschänder!”, raste mein Freund aus. “Wie viel besser ich das jetzt verstehe: Sie vernichten das Sein der Knospe, um endlich das Bewußtsein der Rose in der Gesellschaft zu etablieren. Grün, jawohl, das ist die Zukunft!”

Diese erfrischende Verbindung von nahezu kindlicher Schalkhaftigkeit und präziser Darstellung eines politischen Dilemmas begeisterte mich geradezu, und sie ebnete jetzt auch den Weg zu einem Schlußwort.

“Die Grünen, ja, aber auch all die anderen verschiedenen neomarxistischen Prägungen aller Parteien, Feministen, Ökologisten, all die ‘Bunten’, ‘Weltoffenen’ und ‘Toleranten’ haben augenscheinlich in ihrer Politik nichts mehr mit der Verwaltung des ihnen anvertrauten Landes im Sinne und zum Wohle seines Besitzers zu tun, sondern mit der Umwandlung desselbigen zu einem Hort ihrer verqueren Ideologien. Das ‘Sein’ im Lande soll der Bildung des ‘Bewußtseins’ dienen, in dem die Bürger und Wähler denken und fühlen sollen. Das unterstützende Regelwerk auf der Artikulationsebene nennen wir die politisch korrekte Sprache.

Die gegenwärtige Politik ist also wie ein Verwalter, der auf dem Grund, den er verwalten soll, eine Umerziehungsanstalt für den Besitzer errichtet und alle möglichen Leute hineingelassen hat, die sich an den Früchten des usurpierten Bodens laben dürfen. Wo der Verstand dann gänzlich aussetzt, wird dem rechtmäßigen Inhaber gesagt, daß ihm bei einer ‘Abschottung’ seines Guts Inzuchtgefahr drohe.”

“Hör bitte auf”, flehte es an meiner Seite. “Wie absurd und zugleich wahr ist das denn… Allein das Zuhören ist eine Zumutung. Hör auf!”

Ich hörte nicht auf. Denn ich näherte langsam dem Abschluß dieses Zwiegesprächs, und auch bis zu den Merkelpollern waren es nur noch wenige Schritte.

“Eine Welt ohne Grenzen ist ein edler Traum der Menschheit”, sagte ich darauf, wissend, daß ich damit Widerwillen erzeugen würde. Er drehte dann auch gleich einen stechenden Blick so langsam in meine Richtung, daß es wohl wie eine Drohung aussehen sollte.

“Ach, OK! Du sagtest ja anfangs schon, daß du ab jetzt die Grünen wählen würdest.”

Doch ohne auf die Provokation einzugehen fuhr ich fort:

“Und freilich wird dieser eines Tages in Erfüllung gehen, worüber sich auch jeder Nicht-Linke freuen wird.

Vermutlich aber werden trotz der informatorischen Globalisierung unserer Zeit noch etliche Generationen vergehen, bis es soweit ist. Und die Verzögerung dieser Erfüllung wird nicht etwa an den westlichen Staaten liegen, die ihre bescheuerte und für ihre Bevölkerungen zerstörerische ‘Willkommenskultur’ so unbedarft exerzieren. Sie wird eher an denjenigen Kulturen liegen, die nicht daran denken, ihre archaischen Stammesmentalitäten und ihre unterdrückenden Primitiv-Theokratien zu reformieren, sondern die gastfreundlichen Staaten der illoyalen Landverwalter sich eher zur Beute machen wollen, häufig unter der Absicht, dort Kolonien ihrer Rückständigkeit zu installieren und den Glauben an ihren unterwerfenden Moloch zu expandieren.

Was geschieht nun, wenn die westlichen verblendeten Zauberlinge, die meinen, man müsse nur das ‘Sein’ entsprechend manipulieren, um das erwünschte ‘Bewußtsein’ in ‘bunter’ Gesellschaft aufblühen zu lassen, unser Sein zu gefährden bereit sind, um Entwicklungen in die Gegenwart zu nötigen, deren natürliche Blütezeit erst in späterer Epoche anzuberaumen wäre?

Was geschieht, wenn die verkappten Ideologen, die sich dem Besitzer des Landes als Verwalter ausgeben, die Zäune niederreißen, um allen möglichen Gestalten aus den dunkelsten Ecken dieser Erde, darunter solchen, die ihren Haß auf die westliche Freiheit als Dogma ihrer heiligen Bücher erachten, unkontrollierten Einlaß zu gestatten?”

Diese meine letzten Fragen waren gewiß rhetorisch und sollten das Ende unseres philosophischen Streifzugs bilden. Denn wir standen jetzt mitten in der Antwort:

PRINT

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7