Michail A. Xenos
Frankfurt am Main
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Motivation und Konzept dieser Seiten

14. 11. 2014 | Intern

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Deswegen hier Folgendes noch zur leitenden Frage von weiter oben darüber, wie es zur gegenwärtigen Situation des Grundsatzwiderspruchs im westlichen Denken kommen konnte: Kann der Grund sein, daß durchaus richtige Impulse, nämlich solche, die der westlichen Geistesentwicklung als tragende Faktoren mitgegeben worden sind, während ihrer Ausführung und aufgrund anfallender Komplexitäten ausarten? Diese Annahme, die Annahme eines positiven Kerns in negativen Entwicklungen, der von der Gesellschaft anerkannt wird, welche deswegen den Entwicklungen verfällt, würde auch die oft verwunderliche Popularität erklären, die mancher an sich unliebsamen oder destruktiven politischen Anordnung zuteil wird. Als Beispiele solcher Verkehrung mögen die negativen Folgen der durchaus segensreichen Individuation in einer Gesellschaft gelten, die unter Umständen in Globalegoismus ausartet, oder selbst die der Demokratie, die ja dazu neigt, unpolitische Wählermassen für kleine, ideologisch motivierte Eliten verführbar zu halten.

Unter diesen Aspekten und in diesen Motiven prägende Momente der Denktraditionen zu durchleuchten, ist nicht nur eine dienliche Arbeit beim Angehen wesentlicher Gegenwartsfragen, sondern zudem eine Quelle reinen Vergnügens der – mag dies nun auch elitär klingen – höheren Art, was nicht nur zum Lohn des Autoren gereichen soll, sondern, so hoffe ich, auch zur Freude manchen Lesers dieser Seiten.

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Anmerkungen:

1. https://​www​.zhdk​.ch/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​?​i​d​=​9​4​950

2. Hier ist mit Idealismus nicht das Streben nach einer bestimmten Idee oder nach bestimmten als ideal aufgefaßten Werten gemeint, sondern jener philosophische Idealismus, nach welchem die Idee an sich als intelligibles Sein allem materiellen Sein zugrunde liegt.

3. Otto Weininger, “Geschlecht und Charakter – Eine prinzipielle Untersuchung”, Verlag Wilhelm Braumüller, 10. Auflage 1908, S. 167 ff

4. Ebd., S. 188

5. Otto Weininger, “Über die letzten Dinge”, Verlag Wilhelm Braumüller, 1904, S. 143

6. Hier haben wir es freilich nicht mit einer Kritik des Intellekts als Erkenntnisinstrument zu tun, sondern mit dem Intellektuellen als Typus, der den empirischen Verstand allein gelten läßt nebst einer Vernunft, die nur auswertet, was dem ideologischen Bau zukommt, den der Intellektuelle bewohnt. Gemeint ist also der ideologisch behaftete Positivist.

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