Warum die Grünen auf keinen grünen Zweig kommen werden

Das Erstarken der Grünen bei den Landtagswahlen im Deutschlandherbst des vergangenen Jahres wird falsch verstanden, wenn es als eine plötzliche Aufwertung der politischen Leitziele dieser Partei in der Wahrnehmung der deutschen Wählerschaft aufgefaßt wird. Denn damit hat es eher wenig zu tun.

Um den Grund ihrer Wahlerfolge bei gleich zwei Landtagswahlen (in Bayern und Hessen) zur genannten Zeit einzuordnen, muß die gegenwärtige Stimmungslage der internationalen Linke herangezogen, und im Rahmen dieser auch das Phänomen des Grünen-Erfolges betrachtet werden. Und die gegenwärtige Stimmungslage der internationalen Linken wird durch nichts do sehr bestimmt, wie durch das zuschlagende Auftreten der Trumps, Orbans, Straches und Salvinis dieser Welt, das Auftreten der "Populisten" - hierzulande wohl am drastischsten im geläufig schroffen Syntax ausgedrückt: Es ist die AfD, Trottel!

Die linken Reaktionen auf diese Entwicklungen charakterisieren sich von selbst:

  1. Bereits bei den ersten Auftritten Donald Trumps als Präsidentschaftskandidat im Jahr 2016, dessen Rücken von rechten Intellektuellen wie Steve Bannon und Milos Yiannopoulos gestärkt wurde, eskalierten die militanten Ausfälle der amerikanischen Antifa an US-Unis und auf den Straßen amerikanischer Städte derart, daß sich die vermeintlichen Antifaschisten in New Jersey den Status der Terrororganisation einhandelten.
  2. Diesen Unruhen folgten "Frauenproteste", die im darauffolgenden Jahr in die berüchtigte Metoo-Kampagne kulminierten, eine finale Anstrengung des westlichen Feminismus mit Ziel den Endsieg über den "alten, weißen Mann", das westliche Bürgertum also. - Soviel auf dem amerikanischen Festland.
  3. Auf den Meeren, namentlich auf dem Mittelmeer, organisierten sich hinter humanitärem Etikett die Multikulturalisten, Neo-Kommunisten also, die durch die Vermengung der ursprünglichen europäischen Gesellschaft mit kulturell entgegengesetzten Mentalitäten die Zersetzung des europäischen Menschenbilds und Wesens anstreben, und die alteuropäischen gesellschaftlichen Strukturen nach Kräften "verdünnen" wollen. Dasselbe also, was die Lila-Bewegung bezweckte – hier in Rot.
  4. Zu diesem Ziel und unverhohlen rabiat formuliert flog uns unlängst der berüchtigte UN-Migrationspakt ins Land, der dem "alten weißen Mann" vorschreibt, daß er seine weitere Orientalisierung und Afrikanisierung als Gewinn zu betrachten hat, diese so oder so hinnehmen muß, und anders lautende Stimmen in seiner Mitte gefälligst tilgen soll!
  5. Beste Vorkehrungen dazu traf schon Jahr zuvor der damalige Justizminister Maas (SPD) mit einer Netzdurchsetzungsgesetz genannten Neuerung, die justiziell überflüssig wie ein Kropf wäre, weil, ob es im Netz oder offline: "Mordaufrufe, Bedrohungen und Beleidigungen, Volksverhetzung oder die Auschwitz-Lüge" (was Justizminister Maas mit dem neuen Gesetz angeblich bekämpfen wollte) seit Justizgedenken bereits straffbar gewesen sind.
    Großer Wert wurde deshalb auf den im Zusammenhang mit dem Gesetz lancierten "Hassrede"-Begriff gelegt. Der Deutungssüchtige Begriff wurde von Kritikern zu Recht als lupenreiner Zensur-Vorwand gedeutet, zumal die diesbezügliche Überwachung des Netzes einer dubiosen Organisation unter der Leitung einer ehemaligen Stasi-Mitarbeiterin der DDR aufgetragen wurde.
  1. In original grün zuletzt wurde ein öko-ideologisch initiierter Aufzug gegen den Dieselmotor im Besonderen und den individualen Automobilverkehr im Allgemeinen, sprich, gegen die Schlüsselindustrie des Autobaus in Deutschland gestartet. Wobei das Machtverlangen des realen Ökologismus mit der Durchsetzung von "Fahrverboten" anhand willkürlich gesteckter Abgaswerte erstmals so unverblümt provozierte, daß man von einer neuen Stufe der Aggression sprechen könnte. In Frankreich hat die dortige Anti-Diesel-Politik zu Protesten geführt, die der Regierung des camouflierten Sozialisten Macron zu einer veritablen Sorge erwuchsen.

Wir belassen es bei diesem Profil. Es belegt eine hoch ambitionierte, ja, desperate Betriebsamkeit im internationalen linken Lager, als sollte die gesamte Programmatik der roten Umma über Nacht abgewickelt werden. Es wird ein ultimatives Aufgebot in Stellung gebracht. Es ähnelt dem Aktivismus des Todgewehten, der, bevor ihn das ewige Dunkel einholt, alles auf einmal erzwingen will, was er schon immer erleben und erreichen wollte. Denn die "Populisten" kommen, und nicht der alte weiße, sondern der neue rote Mann ist offenbar in Panik!

Hier nun kommen die Grünen. Eine Symbol-Partei. Symbol eines moderneren Wohlfühl- und Anstandssozialismus mit Prenzlauer-Berg-Flair, Latte macchiato-Duft, ewig-juvenilen Pop und reichlich Popanz. Dazu noch recht unverbraucht.

Oder stimmt dies letztere vielleicht gar nicht? Denn die Grünen mögen sich zwar nicht legislaturperiodenlang in erschöpfenden Zwangskoalitionen aufgerieben haben, ihre Konzepte allerdings wurden vom Muttis Instinktpolitik systematisch ausgeweidet und die unappetitlichen Relikte pflastern heute wie Beutegut den Weg ihrer unseligen Trampeltour durch die historische Landschaft: Euro, Migration, Energiewende, Volksverachtung, Willkommenswahn…

Die Grünen wirkten somit zwar subkutan aber effizient, durch ihren Einfluß nämlich auf die Regierungsparteien ohne direkte Machtbeteiligung, ähnlich einer Infektion, die unsichtbar unter der Haut ihre beschwerliche Aktivität entfaltet. Stößt die Entzündung aber einmal bis zur Oberfläche vor, zeigt sich an der Stelle ein veritabler eitriger Pickel, der als Nächstes allerdings dann platzt oder entfernt wird!

Muß es so weit kommen? Schauen wir mal, wer dies will, sprich, wer die Grünen wählt:


Sonnenblumenfeld in Bergen bei Frankfurt am Main, Herbst 2018

Ihre zuletzt ergatterten 8 bis 10 Prozent bundesweit wurden vorwiegend von jungen Menschen angetragen, die noch relativ frisch aus ihren - wie sagt der Populist so schön: "grünlinks versifften"? – Bildungsstätten in die Welt der Wahlberechtigten entlassen wurden. Plus einer gewissen, meist urbanen Polit-Schickeria aus der Nähe des Künstlertums und der Medienschaffenden. Gelegentliche Hoffnungsschimmer darüber hinaus bei Wahlprognosen erwiesen sich stets als Blasengebilde, denen bei den nachfolgenden realen Wahlen die Luft jäh entwich.

Im Herbst 2018 wählte jedoch zusätzlich ein beträchtlicher Teil anderer Linker, etwa SPD-"Exilanten", die in ihrer bisherigen Partei keinen Garanten ihrer Ansprüche mehr sahen, die Grünen. Viele fanden in ihnen aber auch ohnehin die genuine Vertretung für die eifrigen Operationen der internationalen Linken, wie sie oben aufgeführt wurden. Bedenken wir, daß alle Initial-Parameter des politischen Mainstreams: Femi, Öko, Klima, Multikulti etc. im Original grünen Manifestationen entsprechen.

Schließlich kamen hinzu eher upolitische Mitläufer, die dem wärmend kollektivistischen Anreiz des Dazugehörens erlagen, den die Medien, auch und gerade die öffentlich-rechtlichen, mit einer durchweg positiven Überpräsentation des pittoresken grünen Spitzenduos in ihren Sendungen fortwährend förderten.

Wie viele Stimmen aus dieser Mixtur den Grünen weiterhin die Treue halten werden, kann zur Zeit nicht solide ermittelt werden. Doch sicher gibt es unter ihnen viele Dieselfahrer, die erst später, nach den Tagen der Grünen-Erfolge, von Fahrverboten attackiert wurden. Und es gibt wohl auch solche, die nicht viel davon halten, wenn Grundschulen auf Notenzeugnisse verzichten können sollen, aber Toiletten für das unbekannte Geschlecht installieren müssen. Ernüchterung wird kommen, ganz bestimmt! Schlimmstenfalls bei bundesweiter Regierungsbeteiligung der Favorisierten, wenn solches Schicksal dem Land nicht erspart bleiben soll.

Damit wäre aber die Infektion auf die Hautoberfläche als unschöner Pickel vorgestoßen. Hoffen wir für diesen Fall, daß bis dahin eine gestandene Opposition im Parlament sitzt, die ein kleines Skalpell, Desinfektion und Pflaster griffbereit hält.

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